Nicolaus-Copernicus-Symposium – Außerirdisches Leben

Die Bausteine des Lebens sind im Universum in großer Fülle zu finden. Der einzige Ort, auf dem aber nach unserer Kenntnis tatsächlich Leben existiert, ist unsere Erde. Angesichts der Milliarden von Sternen allein in der Milchstraße mit ihren abermilliarden Planeten stellt sich daher die Frage, wie häufig Leben im Kosmos ist.

Wie konnte sich auf der Erde Leben entwickeln, das schließlich den Menschen hervorbrachte, der nun in der Lage ist, sich solche Fragen zu stellen und sich über fremdes Leben, sein Aussehen, sein Verhalten und seine Konsequenzen auf die menschliche Kultur Gedanken zu machen.

Beim Nicolaus-Copernicus-Symposium wurden daher für ein breites Publikum nicht nur die Erkenntnisse aus der Astronomie und der Physik vorgestellt, sondern auch Beiträge anderer Wissenschaften wie Biologie, Geologie, Linguistik, Kulturwissenschaften, Philosophie und Theologie.

Nicolaus-Copernicus-Symposium
© Kortizes (A. Paul)

Ablauf des Nicolaus-Copernicus-Symposiums

Freitag, 1. April 2022

Eröffnungsvortrag: Die faszinierenden Kreaturen des Star Wars-Universums

Interaktive Science Performance in passender Gewandung als Blauer Twi´lek für Leute ab 8 Jahren

Bettina Wurche, Biologin und Wissenschafts-Journalistin, Darmstadt

Das Star Wars-Universum ist voller seltsamer Lebensformen. Neben Menschen, Aliens mit mehr oder weniger Vernunft und Beinen, gibt es eine Vielzahl von „Tieren“. Große Echsen, zottige Banthas und zweibeinige Tauntauns dienen guten und bösen Helden als Reittiere. In der Müllkammer des Todessterns wohnt ein Tentakel mit Auge, in den Gewässern von Naboo tummeln sich Fisch-Kröten-Krebse und in Tatooines Sandwüste lauert der Sarlacc. Wie sehen diese Tiere im Detail aus? Wo und wie leben sie? Haben sie Verwandte auf der guten alten Erde? Ein Blick auf den galaktischen Zoo des Star Wars-Universums und die Wissenschaft dahinter.

Star Wars Kreaturen - Nicolaus-Copernicus-Symposium

Samstag, 2. April 2022

Session 1 Astronomie

9 Uhr Wo lässt es sich im Universum leben? – Eine Reise zu großen Sternen und kleinen Planeten

Dr. Sascha Hohmann, Leibniz Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) Kiel

Fast 5000 Planeten in anderen Sternensystemen wurden inzwischen detektiert. Aber ist die Erde der einzige Planet, auf dem Leben möglich wäre? Kommt es dabei nur auf flüssiges Wasser und damit die Temperatur auf dem Planeten an oder gibt es noch andere Bedingungen, die Planet und Stern erfüllen müssen? Und warum sind die meisten bisher gefundenen Planeten dafür ziemlich ungeeignet?

9.45 Uhr Nachbarn im Weltall? - Die Suche nach Leben im Sonnensystem und darüber hinaus

Dr. Monika Maintz, Planetarium Mannheim

Vermutlich ist das Universum voll von unterschiedlichsten Lebewesen. Doch wo sollte man mit der Suche beginnen? Im Vortrag wird gezeigt, warum sich in unserem Sonnensystem neben Mars auch die Eismonde von Jupiter und Saturn als aussichtsreiche Kandidaten erwiesen haben. Des Weiteren wird dargestellt, welche extrasolaren Planeten für die Suche nach kosmischen Nachbarn in Frage kommen und wie man dort Leben nachweisen könnte.
 

10.30 bis 11 Uhr Pause
 

11 Uhr Alien Contact: Warum wir noch keinen Besuch aus dem All erhielten – und das auch besser so ist  

Rüdiger Vaas, Buchautor sowie Astronomie- und Physik-Redakteur von bild der wissenschaft, Stuttgart

Wenn es im Weltraum von technologisch hochentwickelten Zivilisationen wimmelt, dann erscheint es verwunderlich, warum wir bislang weder ein Indiz von ihnen gefunden haben noch eine Begegnung zustande kam. Der Vortrag stellt verschiedene Möglichkeiten vor, dieses Problem zu lösen. Neue astronomische Erkenntnisse legen nahe, dass ein Kontakt bald bevorstehen könnte. Allerdings würde er für die Menschheit vermutlich verheerend ausfallen.
 

11.45 bis 12.30 Uhr Podiumsdiskussion mit den Vortragenden


Session 2 (Astro-)Biologie

14 Uhr Was lebt? Die Grundfrage der (Astro-) Biologie  

Aleksandar Janjic, Astrobiologe und Buchautor

Das Leben mag uns vertraut erscheinen - eine Ameise lebt, ein Stein nicht. Doch ausgerechnet in der Biologie fehlt es bis heute an einer allgemein gültigen Beschreibung, die Lebewesen eindeutig von nichtlebender Materie abgrenzt.  Dieser Vortrag zeigt zunächst auf, wieso eine rein biologische Definition des Lebens nicht mehr verfolgt wird und es heute vor allem theoretische Physiker und Informationswissenschaftler sind, die das Verständnis des Lebens in der Astrobiologie prägen.

Copernicus-Symposium: Außerirdisches Leben

14.45 Uhr Die erste Zelle: Neue Erkenntnisse über die Entstehung des Lebens  

Prof. Dr. Ulrich Schreiber, Universität Duisburg-Essen

Vor vier Milliarden Jahren begründeten auf der jungen Erde wenige Atome des Periodensystems eine neue Chemie, die zu etwas völlig Neuem führte. Es entstand die erste Zelle, aus der letztlich das gesamte Leben wie wir es kennen hervorging. Die Bedingungen, unter denen sich dieser Prozess vollzog, wird mit einem neuen Ansatz sichtbar. Spalten in der kontinentalen Kruste stellten eine Umgebung bereit, in der eine chemische Evolution stattfinden konnte. Teile hiervon lassen sich bereits im Labor nachvollziehen.
 

15.30 bis 16 Uhr Pause
 

16 Uhr Komplexes Leben im Universum?  

Prof. Dr. Dirk Schulze-Makuch, Technische Universität Berlin, Astrobiology Research Group

Mit der Entdeckung von fast 5000 Exoplaneten stellt sich die Frage, ob und wie häufig Leben auf anderen Planeten existiert, insbesondere auch komplexes Leben. Unsere Analyse dazu kann in der Cosmic Zoo Hypothese zusammengefasst werden: wenn Leben auf einem Planeten entsteht und er lange genug habitabel ist, entwickelt sich letztendlich dort auch komplexes Leben - nicht unbedingt Tiere und Pflanzen, aber Organismen, die ähnliche Funktionen und Fähigkeiten haben.
 

16.45 Uhr bis 17.30 Uhr Podiumsdiskussion mit den Vortragenden

 


Planetariumsshow „Ferne Welten – Fremdes Leben?“

Samstag, 2. April 2022 18.30 Uhr


Sonntag, 3. April 2022

Session 3 Gesellschaft und Kultur

10 Uhr Sicher nicht Klingonisch? Eine interstellare Einführung in die Sprachwissenschaft

assoz. Prof. Mag. Dr. Heike Ortner, Universität Innsbruck, Institut für Germanistik

Was wäre, wenn wir mit einer außerirdischen Zivilisation Kontakt aufnehmen könnten? Welches Kommunikationssystem würden wir verwenden, hätten die Anderen Sprache oder etwas Vergleichbares? Sicher nicht Klingonisch – oder? Wie funktioniert Sprache überhaupt, und wie würden wir etwas vollkommen Fremdartiges verstehen, wenn wir schon auf der Erde Kommunikationsprobleme haben? Ein Einblick in die „Astrolinguistik“, die sich genau mit solchen Fragen beschäftigt.

Copernicus-Symposium: Ausserirdisches Leben

10.45 Uhr Außerirdische Invasionen in Literatur und Film als Zeitzeichen

Dr. Bernd Flessner, Universität Erlangen –Nürnberg, ZiWiS

Die von Lukian von Samosata um das Jahr 160 n. Chr. beschriebenen Seleniten und Bewohner anderer Planeten sind Projektionen und Zerrbilder der damaligen Menschen. Die Aliens sind wir. Sie fungieren als Alter Ego des Menschen. Das trifft vor allem auf Invasoren zu, die sehr oft von technisch unterlegenen, jedoch ethisch-moralisch überlegenen Menschen besiegt werden. Sogar ausgesprochen fremd anmutende Aliens spiegeln den Menschen und dessen Eigenschaften, erscheinen in den 1950 Jahren als seelenlose Kommunisten, dann wieder als unpolitische Plünderer des Planeten oder Beschleuniger des Klimawandels.

11.30 bis 12 Uhr Pause
 

12 Uhr Die Bedeutung von extraterrestrischem Leben für Religion und Philosophie

Dr. Andreas Losch, Universität Bern

Die mögliche Entdeckung außerirdischen Lebens stellt eine Herausforderung auch für Religion und Philosophie dar. Die christliche Theologie hat sich bereits im Gefolge der kopernikanischen Revolution mit der Frage beschäftigt, was es bedeuten würde, wenn es Bewohner fremder Welten (also auf erdähnlichen Planeten) gebe. Gleichfalls ist z. B. die Philosophie Immanuel Kants von dieser Fragestellung geprägt.
 

12.45 Uhr bis 13.45 Uhr Podiumsdiskussion mit den Vortragenden und Abschluss