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Kurse von Svitlana Mykhailenko

Svitlana, ist Improvisieren nicht viel schwieriger als „normales“ Theaterspielen?

Improvisieren ist in vielerlei Hinsicht herausfordernder als „normales“ Theaterspielen. Aber sicher nicht schwieriger. Paradox? Alles, was wir für die Improvisation brauchen, ist von Natur aus in uns angelegt. Kinder zum Beispiel festigen verschiedene Fähigkeiten spielerisch. Erwachsene hingegen hören auf zu spielen und alle Prozesse, neue Fähigkeiten zu erlernen benötigen viel mehr Zeit. Je leichter wir uns jedoch mit neuen Dingen beschäftigen, desto schneller werden wir sie vollständig beherrschen. Bei der Improvisation gibt es kein festes Skript. Als Spieler muss man spontan Dialoge und Handlungen erfinden. Und gerade das verschafft uns die kreative Freiheit. Improvisationskünstler müssen in der Lage sein, schnell auf Ideen und Vorschläge der Mitspieler einzugehen und die Szenen nahtlos weiterzuführen. Und genau das gibt die Möglichkeit, ständig Neues zu entdecken. Es entwickelt in uns Fähigkeiten, die auch im „normalen“ Theaterspielen von großem Nutzen sind. 

Erfolgreiches Improvisationstheater erfordert eine starke Zusammenarbeit und ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Schauspielern. Sie müssen ständig aufeinander reagieren und sich unterstützen. Genau deswegen findet man im Improtheater beste Freunde, die in allen Abenteuern unterstützen.

Spontan sein ist in vielen Situationen eine große Herausforderung: ist das eine Frage der Persönlichkeit oder des Trainings?

Das ist wie mit dem Humor. Ein Sinn für Humor kann angeboren oder erlernt sein. Man kann sagen: Wenn es deine Natur, deine Art ist, wirst du damit interessant sein, ohne dich besonders anzustrengen. Aber wenn du mit deinem Humor erfolgreich in der Improvisation sein möchtest, musst du die Techniken trainieren, sonst wirst du sehr schnell uninteressant. Wenn mich also jemand fragt: „Hat es einen Sinn, sich mit Improvisation zu beschäftigen, wenn ich keinen besonders guten Sinn für Humor habe“, oder „Ich bin überhaupt nicht spontan“ oder „Ich bin eine ziemlich verschlossene Person“, dann sage ich: Genau das sind die Dinge, an denen wir in den Trainings arbeiten. Denn alles andere, wie Geschichten, Situationen und Fantasie, wird dir das Leben liefern.

Du bist Leiterin des Theaterstudios „Deutsches Theater Kyiv“: was verbirgt sich dahinter?

Als ausgebildete Deutschlehrerin und Theaterpädagogin hatte ich die Möglichkeit, diese beiden Fähigkeiten miteinander zu verbinden. Deshalb habe ich beschlossen, die zu erlernende Sprache und Theater in ein neues Genre zu bringen. Für mich war es eine Herausforderung, dass die Schüler Freude am Theater haben, Schauspielkunst trainieren und gleichzeitig unbemerkt Deutsch erlernen. Anfangs habe ich immer neue Formate erfunden, mit Texten gearbeitet. Dann habe ich mich auf die Improvisation verlassen und sie hat die Sprache erlernte sich spielerisch. 

Dieser Prozess ist so spannend, dass man keine Zeit hat, über die Angst vor Fehlern nachzudenken. Kinder haben es fast sofort geschafft, weil sie nicht darüber nachgedacht haben, wie sie wirken. Erwachsene kamen, um ihre Sprachkenntnisse zu verbessern und gingen mit dem Wunsch, auf der Bühne zu spielen.

Ich habe das perfekte Format für mich gefunden. Und die Schüler haben zwei in einem bekommen. Oder sogar mehr.

Bildrechte: Svitlana Myhailenko

 

 

 

Svitlana Mykhailenko

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