Mit anderen über Geld zu reden, macht sich bezahlt

Wie auch immer diese letztlich aussieht, Voraussetzung ist ein solides Fundament: Erst wenn nach den laufenden Ausgaben und einer Notreserve Geld frei wird, lohnt sich eine Investition. Wissen ist dabei der Schlüssel zur Sicherheit. Oder wie es Börsenguru Warren Buffett formulierte: „Risiko entsteht, wenn man nicht weiß, was man tut.“
Yvonne Lehmann will vor allem erreichen, dass ihre Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer verstehen, wie ETFs und die Börse insgesamt funktionieren. Natürlich fragen sich viele Menschen, vor allem die jungen, ob die staatliche Rente für sie noch von Belang sein wird. Also heißt es, privat vorzusorgen. Welcher Weg sich empfiehlt, lasse sich anhand von klaren Eckdaten berechnen. Fonds etwa sollten breit aufgestellt sein und eine gute Wertentwicklung in den vergangenen fünf bis zehn Jahren zeigen.
Hanna Walch stimmt ein in den Chor derer, die stöhnen: „Die staatliche Rente kann ich vergessen.“ Walch betreut beim BZ einige Bereiche zu Beruf und Digitalem. Das Thema Bildungsungleichheit liegt der promovierten Soziologin nahe und damit das Ziel, den Zugang zu Bildung zu erleichtern. Und so tauschte sie ihre Aufgabe an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg gegen die am Bildungszentrum.

Was das Handeln im Finanzsektor betrifft, so steht Walch auf dem Standpunkt: „Blutige Anfänger sollten nicht sofort in risikoreiche Anlagen investieren.“ Umso wichtiger sei es, selbst über genug Kenntnisse zu verfügen, um Vor- und Nachteile eigenständig unterscheiden zu können. Denn, aufgepasst, im Internet tummeln sich so genannte Finfluencer, die auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube Tipps zu Finanzprodukten geben. Interessenten haben beim BZ in einigen Fällen die Wahl, ihr Wissen in Präsenz- oder Onlinekursen aufzupeppen.
Wer nur punktuell Themen anpacken will, kann im breiten Angebot des Bildungszentrums ebenfalls fündig werden. Beispielsweise kann man sich in Häppchen über Versicherungen oder Risikomanagement informieren. Oder wollen Sie eher verstehen, wie Bitcoin funktionieren oder Kapitalmärkte insgesamt? Sie haben die Wahl.
Text: Angela Giese
Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt die Nerven. Freilich, solange es nur auf dem Girokonto herumdümpelt, kann es sich nicht vermehren, der Wert sinkt inflationsbedingt. Auf jeden Fall gibt es Menschen, die sich ihren Finanzen stärker widmen wollen, indem sie eine Anlagestrategie entwickeln. Das ist das Thema der Dozentin Yvonne Lehmann. Ihre Botschaft: „Beschäftigen Sie sich selbst mit Ihren Finanzen, bauen Sie eigenes Wissen auf und prüfen Sie Empfehlungen kritisch.“
Das Bildungszentrum als Teil des Bildungscampus der Stadt Nürnberg hat eine ganze Palette an Veranstaltungen rund um das liebe Geld zu bieten. Sie heißen „Investieren für Neulinge“, „Altersvorsorge mit ETFs & Aktien“, „Finanzstark 50+: Sinnvolle Investments vor oder in der Rente“ und „Konkreter Handel an den Finanzmärkten“ oder „Level up your Cashflow – Geld haben für Leben, Luxus und Zukunft“.
Letztgenannter Titel gehört zu einem Online-Kurs von Yvonne Lehmann, die im Hauptjob in der Immobilienbranche angestellt ist. Sie sagt: „Geld hat immer mit Emotionen zu tun – beim Shoppen, beim Hauskauf und beim Investieren. Emotionen beeinflussen Entscheidungen überall; an der Börse werden sie besonders sichtbar.“ Im Klartext heißt dies, dass Gier ebenso wie Angst trotzdem draußen bleiben müssen. Geld helfe, Bedürfnisse zu erfüllen, doch Emotionen seien beim Investieren falsch. „Ruhe bewahren, bloß keine Panik, kurzfristig schwankt die Börse, das ist normal.“ Bei ETFs (Exchange-Traded Funds) oder anderen Geldanlagen stünden objektive Kennzahlen im Vordergrund, je mehr die Menschen darüber wissen und Zusammenhänge verstünden, desto sicherer würden sie bei ihren Entscheidungen zur passgenauen Geldanlage.

