Karin Falkenberg, warum nutzen Sie Triggerwarnungen im Spielzeugmuseum?

© Berny Meyer

"Wir sollten nicht tabuisieren", betont Karin Falkenberg, die Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg. Über Museen, Rassismus und Spiel.

Museen sind zeitlose Kapseln der Konservierung? Wer hier nickt, sollte sich mit Karin Falkenberg unterhalten. Ihre Expertise und Leidenschaft macht unsere Nürnberger Museumslandschaft zu einem hochaktuell politischen, kulturdefinierenden Ort. Sie ist die Leiterin des Spielzeugmuseums Nürnberg. Klar, gesammelt wird noch immer. Dennoch sind für Falkenberg Museen Orte der selbstreflexiven Kommunikation, des Austauschs und der Demokratie. “Erinnern ist Arbeiten an der Zukunft” zitiert Sie Aleida Assmann, eine deutsche Kulturwissenschaftlerin. Im Spielzeugmuseum wird der Auftrag eines Museums sehr ernst genommen: eintauchen können Besucherinnen und Besucher seit diesem Sommer in die Ausstellung “Spielzeug und Rassismus”. Die Perspektive von Weißen Deutschen soll dabei als nur eine von vielen anderen gezeigt werden. Eine Tabuisierung von Objekten jedoch kommt für Falkenberg und ihr Team nicht in Frage. Es sei alles eine Frage der Kontextualisierung und Erläuterung. Triggerwarnungen dürfen dabei nicht fehlen. Auch eine Nachhaltigkeitsstrategie hat sich das Museum als Leitbild zugrunde gelegt und ist damit Vorreiter in der bundesweiten Museumslandschaft. Dass Ausstellungen jedoch nie “fertig” sind, betont Falkenberg auch. In Zukunft sollen anthropologische Konstanten die Dauerausstellung durchziehen. Mit dem Ziel, dass die Welt des Spiels durch kleine, global verständliche, Geschichten erzählt wird. Denn jeder Mensch spielt –  das Spielzeugmuseum: ein Ort für Alle also.

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Aufgenommen am: Montag, 26. Juli 2021
Veröffentlicht am: Donnerstag, 19. August 2021
Moderation: Katharina Mittenzwei
Im Gespräch: Prof. Dr. Karin Falkenberg

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