Der NSU in Franken – viele offene Fragen

Selbst nach Jahren der Ermittlung und unzähligen Aufklärungsversuchen bleibt im Fall der Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) Vieles unklar. Information und Aufklärung sind weiterhin notwendig.
Nürnberg wurde zwischen 1999 und 2005 zum Tatort bei drei Morden und einem Bombenanschlag des NSU. Der NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags stellt „weitreichende Mängel bei der strafrechtlichen Aufklärung der Verbrechensserie“ fest. Die Tragweite des rechtsextremistischen Terrors wurde unterschätzt oder bewusst verborgen. Das Bildungszentrum im Bildungscampus Nürnberg und die Nürnberger Nachrichten wollen das Thema mit einer Veranstaltungsreihe beleuchten und so einen Beitrag leisten zur offenen Diskussion und politischen Meinungsbildung. Die Auseinandersetzung mit dem Thema soll auch die Präsenz und Gefahr von rechts gerichtetem Terror in Deutschland bewusstmachen.

Mit einer Veranstaltungsreihe beleuchten wir das Thema. Die Reihe ist eine Kooperation des Bildungszentrums der Stadt Nürnberg und der Nürnberger Nachrichten in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk.

NN FORUM

NN Forum: Der NSU in Franken – viele offene Fragen
7. November 2018, 19.30 Uhr Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Fabersaal

Mit Sebastian Scharmer, Rechtsanwalt und Nebenklagevertreter im NSU-Prozess, und dem Rechercheteam des Bayerischen Rundfunks und der Nürnberger Nachrichten.

Der selbsternannte Nationalsozialistische Untergrund (NSU) hat allein in Nürnberg ein Bombenattentat und drei Morde verübt. Die gemeinsamen Recherchen von Nürnberger Nachrichten und Bayeri­schem Rundfunk haben Verbindungen in die Region enthüllt. „Der NSU war kein Trio, er war ein Netzwerk mit vielen Helfern“, sagt Rechtsanwalt Sebastian Scharmer, der als Nebenklagevertreter fünf Jahre lang im Münchner NSU-Prozess saß.

Eintritt 10 € / 6 € ZAC-Rabatt für Abonnenten, Karten in den Geschäftsstellen der NN ab 6. Oktober 2018

AUSSTELLUNG

© ISFBB / ISFBB

„Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“
27. November – 13. Dezember 2018 Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, 3. Obergeschoss

Im ersten Teil der Ausstellung werden die Biografien von Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Mehmet Turgut, Habil Kılıç, İsmail Yaşar, Mehmet Kubaşık, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter dargestellt. Weitere Tafeln beschäftigen sich mit den Bombenanschlägen in Nürnberg und Köln sowie den Banküberfällen, bei denen unschuldige Menschen teilweise lebensbedrohlich verletzt wurden.
Eintritt frei

FÜHRUNG

© ISFBB / ISFBB

Kuratorin-Führung in der Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“
4. Dezember 2018, 18 Uhr Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, 3. Obergeschoss

Birgit Mair ist Sozialwissenschaftlerin, Leiterin des Instituts für sozialwissen­schaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB). Sie erläutert die Zusammenstellung der Ausstellung und die Bedeutung Nürnbergs für den NSU.
Eintritt frei mit Anmeldung: Kursnummer 00064

PODIUMSGESPRÄCH

© Stefan Hippel / NN

Die Verbrechen des NSU. Podiumsgespräch mit einem Anschlagsopfer
6. Dezember 2018, 18 Uhr Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Fabersaal
Referenten: Birgit Mair, ISFBB e.V. und „Mehmet O“ (Name geändert). Er überlebte im Jahr 1999 als damals 18-jähriger den NSU-Bombenanschlag auf die Pilsbar „Sonnenschein“ in der Nürnberger Scheurlstraße.
Eintritt frei mit Anmeldung: Kurs Nr. 00066

PUBLIKUMSGESPRÄCH

© NN_Michael Matejka / NN

Die Arbeit des Recherche­teams im Fokus
6. Februar 2019, 18 Uhr Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Fabersaal
Moderiertes Publikumsgespräch mit Redakteurinnen und Redakteuren der Nürnberger Nachrichten und des Bayerischen Rundfunks. Durch die investigative Arbeit des gemeinsamen Rechercheteams wurden einige Tatsachen und Spuren an das Tageslicht gebracht, die von den Ermittlungsbehörden nicht verfolgt oder übersehen wurden.
Eintritt frei mit Anmeldung: Kurs Nr. 00061

LESUNG UND GESPRÄCH

© Droemer / Droemer@Daniel_Blaser

Tanjev Schultz: NSU Der Terror von rechts und das Versagen des Staates
Lesung und Gespräch mit dem Autor und Universitätsprofessor
26. März 2019, 18 Uhr Bildungszentrum, Gewerbemuseumsplatz 2, Fabersaal
Tanjev Schultz erzählt die ganze Geschichte des NSU als atemberau­bende Chronik eines staatlichen Organversagens. Er hat Hunderte Zeugen gehört, Zehntausende Aktenseiten gelesen und kommt zu dem alarmierenden Ergebnis: Unsere Sicherheitskräfte können es nicht besser.
Moderation: Elke Graßer- Reitzner (NN) und Stanislaus Kossakowski (BR), beide Mit­glieder des Rechercheteams des Bayerischen Rundfunks und der „Nürnberger Nachrichten“ zum NSU-Prozess.
Eintritt 8 / 4 €, Anmeldung: Kurs Nr. 00063