1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart

Die Vielfalt und das Wirken jüdischen Lebens wurde während des Nationalsozialismus systematisch zerstört. Welche Spuren des jüdischen Lebens sind dennoch in Nürnberg und Fürth zu finden? Wie sah die Kunst und die Musik jüdischer Künstler aus? Und wie ist die Sicht Deutscher jüdischen Glaubens auf die Gegenwart? Wie erleben sie heute Antisemitismus in Deutschland? Diesen Fragen zum Themenschwerpunkt „1700 Jahre Jüdisches Leben“ geht die Veranstaltungsreihe des Bildungszentrums nach.

1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland
© Verein "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland" e.V.

Veranstaltungen des Bildungszentrums zu "1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland"

► Die Stimme der Unterdrückten: jüdische Musik im Werk von Dmitri Schostakowitsch

Vortrag mit Prof. Dr. Jörg Krämer
Dienstag, 5. Oktober 2021 | 18.30 Uhr bis 20 Uhr

Im Werk von Dmitri Schostakowitsch tauchen immer wieder Anklänge jüdischer Musik auf, manchmal offen erkennbar, mitunter auch sehr versteckt. Der Komponist verwendet sie als Symbole für eine unterdrückte Kultur und als geheime Sprache der Dissidenz – als verschlüsselte Botschaften vom Überleben in einem autoritären System.

Musiknoten

Geschichte der Juden in Nürnberg

Jüdisches Leben in Vergangenheit und Gegenwart

Dienstag, 9. November 2021 | 15 bis 17 Uhr | Treffpunkt: Hauptmarkt am Schönen Brunnen

Im Mittelalter, im Kaiserreich und in der Weimarer Republik gab es in Nürnberg eine große jüdische Gemeinde. Die Vielfalt jüdischen Lebens wurde ab 1933 von den Nationalsozialisten systematisch zerstört. Spuren sucht man heute auf den ersten Blick vergebens in der Innenstadt. Gedenktafeln und Gedenksteine, mittelalterliche Bauskulpturen an der Sebalduskirche und ehemalige jüdische Geschäfte lassen auf dem Rundgang die Geschichte in Nürnberg lebendig werden.

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Tora
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► Sachbuch des Monats: „Gegenwartsbewältigung“ von Max Czollek

Moderiert von Tobias Lindemann, Redakteur und Kulturarbeiter
Donnerstag, 18. November 2021 | 18 Uhr bis 19.30 Uhr

Nach Max Czolleks Bestseller „Desintegriert euch!“ liefert er nun ein Manifest für die plurale Gesellschaft, das Antworten auf die politische Gegenwart gibt. In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie „Leitkultur“ oder „Integration“ darauf keinerlei Antwort. Wie muss sich die Gesellschaft wandeln, damit Menschen gleichermaßen Solidarität erfahren? Welche liebgewonnenen Überzeugungen müssen wir alle dafür aufgeben? Wie kann in einer fragmentierten Welt die gemeinsame Verteidigung der pluralen Demokratie gelingen?

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Max Czollek
© Peter Hassiepen

► Ein 'guter Ort' – der Neue Jüdische Friedhof

Jüdisches Fürth
Sonntag, 21. November 2021 | 14 Uhr bis 15.30 Uhr

Auf dieser Tour durch den Neuen Jüdischen Friedhof, diesem „Guten Ort“, wie er im Jiddischen bezeichnet wird, geht es zu den Grabstätten vieler mehr oder weniger berühmter jüdischer Bürger Fürths. Die Grabmale zeigen die Integration der jüdischen Bevölkerung in das gesellschaftliche Leben im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert

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Jüdischer Friedhof
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► Einblicke in die schweigsame Seele

Ein Überblick über die jüdische Kunst von ihren Anfängen bis zur Gegenwart
ab Montag, 22. November 2021

Gehen wir auf eine spannende Reise durch die Kunstgeschichte: Synagogen der Zeitenwende, grandiose jüdische Buchmalereien des Mittelalters, die Architektur und Ausstattung von Synagogen werden zu Glanzlichtern der Kulturgeschichte. Hinweis: Leben und Werk großer jüdischer Künstlerpersönlichkeiten in Mitteleuropa werden in einem späteren Kurs 2022 gesondert behandelt.

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Personen im Museum
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► Was braucht es, um Antisemitismus und Rassismus den Boden zu entziehen?

Eine Diskussion zum Antisemitismus im gesellschaftlichen Kontext der Gegenwart mit Lena Gorelik und Max Czollek, zwei jungen jüdischen Stimmen.
Donnerstag, 25. November 2021 | 19 Uhr bis 20.30 Uhr

In welchen politischen Spektren und in welchen Situationen treten Antisemitismus und Rassismus auf und wie ist ihr Verhältnis zueinander? Was sind angemessene Positionen, um die Bestimmung und Bearbeitung beider Ideologien in den Griff zu bekommen. Was braucht es, um Antisemitismus und Rassismus den Boden zu entziehen? Ist eine pluralistische Gesellschaft resistenter gegen diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit? Leiden Vielfalt und reflexive Diskussionskultur in der Krise?

Moderiert wird die Diskussion von der Soziologin Dr. Claudia Globisch.

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© Charlotte Troll, Peter-Andreas Hassiepen