Geist im Computer? - Von künstlicher Intelligenz zu autonomen Organismen
Vortrag von Prof. Dr. Christoph von der Malsburg in der Reihe 'Vom Reiz der Sinne'

Kursnummer 00924
Veranstaltungsort

Raum Kuppelsaal 0
1. Termin, Ende Dienstag, 02.04.2019 - Dienstag, 02.04.2019
Zeit 19:30 Uhr
Dauer, Plätze 1 x, 2 Kursstunden, 100 Plätze, frei
Preis (Info) 7,50 Euro (ermäßigt € 5,00)
Weitere Hinweise Der Teilnahmeausweis gilt als Eintrittskarte.
Information Alle Vorträge der Reihe "'Vom Reiz der Sinne" können unter der Kursnummer 00920 für 24,00 Euro auch insgesamt gebucht werden.
Termine Als Kalender-Datei speichern (.ics)
Dienstag,
02.04.2019
von 19:30 Uhr
bis 21:00 Uhr
0 Kuppelsaal (Nicolaus-Copernicus-Planetarium)
Beschreibung

Gegenwärtig ist die sog. künstliche Intelligenz (KI) nur ein Schatten vorausgegangener menschlicher Gedanken – entweder in der Form von Programmen oder der von Massen von Beispiellösungen. Im Unterschied dazu haben Tiere und Menschen auf Grund von ganz abstrakt formulierten Verhaltensmustern und Antrieben (für das Vermeiden von Gefahren, das Finden von Nahrung, für sozialen Umgang und so weiter) die Fähigkeit mit konkreten Situationen umzugehen. Diese Fähigkeit des Gehirns, sensorische Eingänge mit abstrakten Verhaltensschemata in Verbindung zu bringen, gibt unserem Leben Sinn, Inhalt und Orientierung. Der gegenwärtigen KI fehlt das Vermögen, den enormen Höhenunterschied zwischen dem konkreten Detail der Umgebung und der Abstraktheit allgemeiner Verhaltensantriebe zu überbrücken. Autonome Intelligenz kann aber nur mit Hilfe dieser Fähigkeit entstehen. Sobald dieses Problem gelöst ist und menschengemachte autonome Organismen in Reichweite sind, wird die Menschheit die enorme Aufgabe lösen müssen, ihnen eine Antriebsstruktur zu geben, mit der sie und wir zusammen leben können. Diese Aufgabe kann nicht von Technikern gelöst werden, sondern braucht eine breite Diskussion. Diese sollten wir ab sofort führen.

 

Christoph von der Malsburg ist gegenwärtig Professor und Senior Fellow am Frankfurt Institute for Advanced Studies. Er promovierte 1970 in Physik an der Universität Heidelberg, arbeitete 17 Jahre in der Sektion Neurobiologie des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen, war Professor für Informatik (und Neurowissenschaft, Physik und Psychologie) an der University of Southern California in Los Angeles (1988-2007), war Mitbegründer des Instituts für Neuroinformatik und Professor für System-Biophysik an der Ruhr-Universität Bochum (1990-2006). Er ist weltweit anerkannt als Pionier im Bereich der Modellierung der Selbstorganisation im visuellen System.

 

In Kooperation mit Kortizes - Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs und den Nürnberger Nachrichten als Medienpartner.

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