Die Illusion des Wissens - Zauberspiele von der Aufklärung bis zur Gegenwart
Vortrag von Thomas Stauss mit Kunststücken von Stephan Kirschbaum und Jörg Alexander in der Reihe 'Vom Reiz der Illusionen'

Kursnummer 00944
Veranstaltungsort

Raum Kuppelsaal 0
1. Termin, Ende Dienstag, 19.02.2019 - Dienstag, 19.02.2019
Zeit 19:30 Uhr
Dauer, Plätze 1 x, 2 Kursstunden, 50 Plätze, beendet
Preis (Info) 7,50 Euro (ermäßigt € 5,00)
Weitere Hinweise Der Teilnahmeausweis gilt als Eintrittskarte.
Information Alle Vorträge der Reihe "'Vom Reiz der Illusionen" können unter der Kursnummer 00940 für 24,00 Euro auch insgesamt gebucht werden.
Termine Als Kalender-Datei speichern (.ics)
Dienstag,
19.02.2019
von 19:30 Uhr
bis 21:00 Uhr
0 Kuppelsaal (Nicolaus-Copernicus-Planetarium)
Beschreibung

Wissen und Wissenschaft wurde im 18. Jahrhundert häufig durch das Vorführen von physikalischen Experimenten und „magischen Belustigungen“ einer breiteren Öffentlichkeit nähergebracht. Effekte der Mechanik, des Magnetismus und der Elektrizität und deren Vorführung durch umherreisende Dozenten, Schausteller und den Berufsstand der Instrumentenmacher brachten die neuen Erkenntnisse unter das Volk, denn die Lehrsätze von Galilei, Kepler oder Newton waren selbst für die gebildeten Laien zu komplex. Viele der in jener Zeit berühmten Zauberkünstler – wie Philip Breslaw, Nicolas Ledru, Giuseppe Pinetti oder Jacob Philadelphia – bedienten sich auch solcher Experimente, um Ihr Publikum nachhaltig zu begeistern. „Aufklärung durch Täuschung“ hieß das damalige Motto.

 

Diese Experimente im Rahmen einer Zauberdarbietung, jedoch ohne Erklärungen, dargeboten, waren den echten Aufklärern der sich gerade formenden Wissenschaften ein Dorn im Auge, da die Experimente scheinbar zum reinen Amüsement degradiert wurden und so dem „einfältigen Staunen“ dienten. Dieses Staunen zum Selbstzweck, das schwärmerische Staunen war verpönt, da man befürchtete, es ersticke eher die Neugier auf Wissen als sie anzufachen. Legendär ist die Anekdote über Georg Christoph Lichtenberg, den ersten deutschen Professor für Experimentalphysik, der den selbsternannten Professor Philadelphia mit anonymen Plakaten in die Flucht schlug und davon abhielt, weitere Vorstellung in Göttingen zu geben.

 

Die Zauberspiele und physikalischen Belustigungen waren jedoch im Volk beliebt und begehrt. In einem der weltweit ersten illustrierten Versandkataloge – publiziert vom Nürnberger Großhändler Georg Hieronimus Bestelmeier (1764–1829) – findet sich ein breites, dem Zeitgeist entsprechendes Sortiment an Zaubergeräten, Zauberautomaten und (Kinder-)Zauberspielen. Hergestellt wurden diese Zaubergeräte vor allem durch erfindungsreiche Mechaniker aus Nürnberg, die den Handel mit Zaubergeräten weltweit beeinflusst haben. Thomas Stauss stellt in seinem Vortrag einige dieser innovativen Protagonisten und ihre Rolle im Rahmen der Aufklärung vor.

 

Einleitung und Moderation: Thomas Fraps. Ergänzt wird der Vortrag durch eine Gastvorstellung der Nürnberger Zauberkünstler Stephan Kirschbaum und Jörg Alexander.

 

Thomas Stauss hat Geowissenschaften an der Universität Basel sowie an der ETH Zürich studiert. Seit über 25 Jahren arbeitet er als Technischer Redakteur und Texter in der Privatindustrie. In seiner Freizeit beschäftigt er sich intensiv mit der Geschichte der Wissenschaften und als Sammler von alten Zaubergeräten und Spielen speziell mit dem Thema Experimentier-, Zauber- und Spielkultur im 18. Jahrhundert. Im Jahre 2015 hat er dazu eine Publikation mit dem Titel „Frühe Spielwelten – Zur Belehrung und Unterhaltung“ veröffentlicht.

 

Jörg Alexander ist Diplom-Ingenieur und professioneller Zauberkünstler. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität Erlangen zog er von Nürnberg nach München und machte seine Berufung – die Zauberkunst – zu seinem Beruf. Seine Vorführungen führten und führen ihn um die ganze Welt: Von New York nach Peking, von Buenos Aires nach Sankt Petersburg. Bei nationalen und internationalen Wettbewerben wurde er vielfach ausgezeichnet: Er ist zweimaliger deutscher Meister und war 1997 zweifacher Preisträger bei den Weltmeisterschaften der Zauberkunst in Dresden. Über zehn Jahre war er Dozent an der Zauber-Akademie München und ist gesuchter Seminarleiter bei Kollegen auf der ganzen Welt. Für seine Veröffentlichungen wurde er 2011 vom Magischen Zirkel von Deutschland als „Schriftsteller des Jahres“ ausgezeichnet.

 

Stephan Kirschbaum wünschte sich als Siebenjähriger einen Zauberkasten und seither ließ ihn die Zauberkunst nicht mehr los. Selbst ein abgeschlossenes Studium als Betriebswirt konnte nicht verhindern, dass er die Zauberkunst als Beruf ergriff. Nach vielen Jahren als professioneller Zauberkünstler mit unzähligen Auftritten im In- und Ausland hat er sich vor 10 Jahren seinen Traum vom eigenen Zaubertheater (in Nürnberg) erfüllt. Seither verzaubert er seine Gäste mit handgemachten Wundern in seiner „Wundermanufaktur“.

 

In Kooperation mit Kortizes - Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs und den Nürnberger Nachrichten als Medienpartner.

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