Nicolaus-Copernicus-Symposium "Welt, Körper, Geist - der Platz des Menschen im Kosmos"
Session 2: Körper


Nummer

00503

Leitung

Dr. Nicolai Peschel, Prof. Dr. Bertolt Meyer

Plätze

frei

Anzahl Termine

1 Termin (4 Einheiten)

Termin

Samstag, 25.03.2023

Uhrzeit

14:00 Uhr - 17:30 Uhr

Preis

25,00 Euro (ermäßigt 19,00 Euro (Jugendliche, Studierende))

Samstag,
25.03.2023
von 14:00 Uhr
bis 17:30 Uhr
0 Kuppelsaal (Nicolaus-Copernicus-Planetarium) Nicolai Peschel, Bertolt Meyer
Nicolaus-Copernicus-Symposium "Welt, Körper, Geist - der Platz des Menschen im Kosmos"

Wir müssen unseren Körper nicht mehr so akzeptieren, wie er uns von der Natur geschenkt wurde. Wir können ihn nach unseren Vorstellungen formen und beeinflussen. Die Entwicklungen in der modernen Medizintechnik und Biotechnologie machen heutzutage körperliche Veränderungen denkbar, die wir uns vor einigen Jahrzehnten noch nicht mal vorstellen konnten. Schlagen wir der Evolution ein Schnippchen?

 

14 bis 14.45 Uhr

Dr. Nicolai Peschel, Universitätsklinikum Erlangen

Von der Abschaffung des Zufalls - Gezielte Veränderung der DNA

Bisher hatte der Mensch wenig Einfluss auf seine Nachkommen. Es war dem Zufall und der Evolution überlassen, ob Kinder gesund oder krank, blau- oder grünäugig, groß oder klein auf die Welt kamen. Doch spätestens mit Beginn des neuen Jahrtausends änderte sich dies, dank der enormen Erweiterung unseres Wissens und dank neuer Technologien. Angefangen von künstlicher Befruchtung und der Sequenzierung des menschlichen Genoms, bis hin zu ersten Gentherapien mittels viraler Vektoren und neuer Techniken, wie CRISPR/Cas9. Diese Errungenschaften erlauben es uns nun erstmals, das eigene Erbgut gezielt zu verändern und somit das ganze Leben eines Menschen drastisch zu beeinflussen.

(Erb)Krankheiten heilen, das Aussehen verändern, Wunschkinder designen? Dieser Vortrag zeigt, inwieweit heute bereits das Erbgut verändert werden kann und darf, spekuliert über die weiteren Entwicklungen und darüber, welche Auswirkungen ein solcher Eingriff in den Menschen auf uns und unsere Gesellschaft hat.

Dr. Nicolai Peschel studierte molekulare Biologie an der Universität Regensburg und promovierte anschließend in London (Genetik). Er forschte und lehrte an der Universität Würzburg lange im Bereich der Neurogenetik. Nach 10 Jahren Grundlagenforschung studierte er Humanmedizin und promovierte in Erlangen über Genodermatosen. Heute forscht er an der Kinderklinik des Uniklinikums Erlangen in der molekularen Pädiatrie an Erbkrankheiten und Gentherapien.

 

14.45 bis 15.30 Uhr

Prof. Dr. Bertolt Meyer, TU Chemnitz

Cyborgs unter uns

Wenn Menschen mit Technik verschmelzen, spricht man von Cyborgs. Prothesen und Implantate nehmen in der Medizin eine wichtige Funktion ein, wenn es darum geht, Krankheiten zu heilen oder zu lindern. Wo ist die Grenze zwischen medizinischer Notwendigkeit und dem Verbessern von menschlichen Körpern? Der Vortrag beleuchtet den Übergang von Mensch und Maschine.

Prof. Dr. Bertolt Meyer hat Psychologie an der Universität Hamburg und an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert und ist seit 2014 Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Technischen Universität Chemnitz. Außerdem tritt er als Musiker und DJ auf. Er hat seine eigene Unterarmprothese so ausgestaltet, dass er damit einen Synthesizer direkt als Musikinstrument ansteuern kann.

 

16 bis 16.45 Uhr

Prof. Dr. Stefan Sorgner; John Cabot University Rom

Homo Ex Machina

Das Universum entstand vor etwa 14 Milliarden Jahren und die Erde vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Dann dauerte es noch eine weitere Milliarde Jahre, bis sich erste Lebensformen entwickelten. Erst in den jüngsten 530 Millionen Jahren haben sich Säugetiere, Amphibien, Reptilien, Fische und Vögel entwickelt. In diesem Zeitraum wäre das Leben auch fast schon wieder ausgestorben. Vor 440, 372, 252, 201 und 66 Millionen Jahren gab es die großen fünf Ereignisse von Massenaussterben, bei denen zuweilen sogar 95 % aller marinen Lebensformen ausgestorben sind. All dies geschah noch bevor der erste Mensch entstanden war. Die letzten gemeinsamen Vorfahren von Menschen und Menschenaffen lebten vor etwa 6 Millionen Jahren. Der homo sapiens ist wohl vor rund 400000 Jahren entstanden. Der Transhumanismus nimmt evolutionäre Prozesse ernst und denkt sie konsequent weiter.

Stefan Lorenz Sorgner ist Philosophieprofessor an der John Cabot University in Rom, Direktor und Mitbegründer des Beyond Humanism Network, Fellow am Institute for Ethics and Emerging Technologies (IEET), Research Fellow am Ewha Institute for the Humanities an der Ewha Womans University in Seoul und Visiting Fellow am Ethikzentrum der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. Darüber hinaus ist er Chefredakteur und Gründungsherausgeber des "Journal of Posthuman Studies".

 

16.45 bis 17.30 Uhr

Podiumsdiskussion mit den Vortragenden

 

Weitere Hinweise

Die einzelnen Veranstaltungsteile des Symposiums können unter den Kursnummern 00501 bis 00504 auch separat gebucht werden, die Gesamtveranstaltung unter der Kursnummer 00500.

Information

Foyeröffnung Planetarium: 25.3.23 13:00 Uhr

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