Was braucht es, um Antisemitismus und Rassismus den Boden zu entziehen?
Eine Diskussion zum jüdischen Leben im gesellschaftlichen Kontext der Gegenwart mit Lena Gorelik und Max Czollek, zwei jungen jüdischen Stimmen.


Nummer

20500

Leitung

Dr. Claudia Globisch

Plätze

frei

Anzahl Termine

1 Termin (2 Einheiten)

Termin

Donnerstag, 25.11.2021

Uhrzeit

19:00 Uhr - 20:30 Uhr

Preis

8,00 Euro (KE)

KE - Keine Ermäßigung
Bei diesen Kursen muss wegen des erhöhten Aufwands (Miete, Geräteausstattung u. a.) das Entgelt fest vereinbart werden, d. h. eine Ermäßigung für Nürnberg-Pass-Inhaber ist nicht möglich.
Donnerstag,
25.11.2021
von 19:00 Uhr
bis 20:30 Uhr
E.14 Fabersaal (Bildungszentrum) Lena Gorelik, Max Czollek, Claudia Globisch
Was braucht es, um Antisemitismus und Rassismus den Boden zu entziehen?
© Copyright:© Konstantin Boerner + © Charlotte Troll

Was braucht es, um Antisemitismus und Rassismus den Boden zu entziehen?
Eine Diskussion zum jüdischen Leben im gesellschaftlichen Kontext der Gegenwart mit Lena Gorelik und Max Czollek, zwei jungen jüdischen Stimmen.

Die Debatte um Erinnerungsformen sowie das Verhältnis zwischen Shoah und Kolonialismus führen in Europa und den USA gegenwärtig zu kontroversen Debatten um den Zusammenhang von Antisemitismus und Rassismus.

Die Anschläge in Halle und Hanau, der Mord an Walter Lübcke, Verschwörungserzählungen im Zuge der Coronaproteste und die gegenwärtigen Ausschreitungen mit Bezug auf die Eskalation des Nahostkonfliktes rücken die Gegenwart des Antisemitismus und Rassismus besonders stark ins Blickfeld.

In welchen politischen Spektren und in welchen Situationen treten Antisemitismus und Rassismus auf und wie ist ihr Verhältnis zueinander? Was sind angemessene Positionen, um die Bestimmung und Bearbeitung beider Ideologien in den Griff zu bekommen. Was braucht es, um Antisemitismus und Rassismus den Boden zu entziehen? Ist eine pluralistische Gesellschaft resistenter gegen diese gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit? Leiden Vielfalt und reflexive Diskussionskultur in der Krise?

Diese Fragestellungen möchten eine Debatte in die gesellschaftlichen Zusammenhänge anregen.

Es diskutieren:

Lena Gorelik, Autorin und Journalistin
geboren 1981 in Sankt Petersburg, kam 1992 zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie nach Deutschland und lebt heute in München. Gorelik erhielt ihre Ausbildung zur Journalistin an der Deutschen Journalistenschule in München. Anschließend absolvierte sie den Studiengang Osteuropastudien an der Ludwig-Maximilians-Universität München. In den letzten 15 Jahren veröffentlichte sie sieben Romane. Ihre Bücher werden in großen Zeitungen wie Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und taz besprochen. 2009 wurde ihr der Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises verliehen.

und

Max Czollek, Publizist und Lyriker
geboren 1987 in Berlin, besuchte das Jüdische Gymnasium Moses Mendelssohn in Berlin. Czollek studierte Politikwissenschaften und promovierte am Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Er schreibt für verschiedene Zeitungen, schreibt Bücher und Essays. Zudem arbeitet er als Ausbilder für das „Social Justice und Diversity Training“, das als berufsbegleitende Weiterbildung an der FH Potsdam angeboten wird. Er ist Mitglied des Lyrikkollektivs G13 und Mitherausgeber der Zeitschrift Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart. Mit Sasha Marianna Salzmann kuratierte er 2016 den Desintegrationskongress und 2017 die Radikalen Jüdischen Kulturtage am Maxim-Gorki-Theater.

Moderation: Dr. Claudia Globisch, Soziologin
In ihrer Dissertation „Radikaler Antisemitismus“ nimmt Globisch den Antisemitismus im linken und rechten Spektrum der Bundesrepublik nach 1989 bis zur Gegenwart auf Basis eines neuen wissenssoziologischen Zugangs erstmals empirisch vergleichend in den Blick. Globisch studierte Soziologie, Germanistik und Philosophie an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg und an der Duke University, North Carolina. Im März 2019 war sie als Gastwissenschaftlerin am Goldsmith College in London. Seit Juli 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung und forscht dort zum Teilhabechancengesetz und den sozialen Folgen der Covid19-Pandemie. An der Universität Erlangen-Nürnberg leitet sie das deutsche Teilprojekt „Sites of Tension - Shifts in Holocaust Memory, Antisemitism and Political Contestation in Europe“ in Kooperation mit der Universität Haifa.

Schon gehört? Claudia Globisch im BZ-Podcast