Online-Vortrag: „Frauen-Straßen-Netze“
An welche Vergangenheit wollen wir uns erinnern?


Nummer

20322

Leitung

Nadja Bennewitz

Plätze

frei

Anzahl Termine

1 Termin (2 Einheiten)

Termin

Donnerstag, 26.11.2020

Uhrzeit

19:00 Uhr - 20:30 Uhr

Preis

8,00 Euro

Online-Vortrag: „Frauen-Straßen-Netze“
© Grazyna Wanat

Online-Vortrag: „Frauen-Straßen-Netze“
An welche Vergangenheit wollen wir uns erinnern?

Es ist eine einfache Rechnung: In Nürnberg sind 1324 Straßen nach Personen benannt, davon 103 nach Frauen, was 7,7 % ausmacht. Allerdings: Der tatsächliche Anteil von r e a l e n Frauen beträgt gerade mal 3 %, denn die meisten Straßen sind nach Frauen benannt, die nach katholischem Ritus als heilig gelten oder deren Namen auf einen althochdeutschen oder mythologischen Ursprung zurückgehen. Ohne diese bleiben lediglich 44 Frauen übrig, deren Leben historisch fassbar ist.

Es stellt sich somit die Frage: An welche Vergangenheit wollen wir uns erinnern? Was würde es mit unserer Gesellschaft machen, wenn zukünftig die Hälfte aller Straßen und Plätze nach Frauen benannt wären?

Erinnerungskultur ist ein offener Prozess, an dem viele Individuen beteiligt sind. Sie prägen das kollektive Gedächtnis einer Gesellschaft, agieren dabei aber innerhalb eines kulturell vorgegebenen Rahmens, der aktuell noch traditionell männlich geprägt ist.

Doch Erinnerungskultur wird durch gegenwärtige Fragen bestimmt. Es ist naheliegend, dass im beginnenden dritten Jahrtausend die Bewohnerinnen und hoffentlich auch Bewohner dieser Stadt den Anspruch erheben, an Vorgängerinnen und Wegbereiterinnen erinnern zu wollen.

Mit diesem Vortrag sollen die bereits mit einem Straßenamen gewürdigten Frauen vorgestellt und in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden.

Darüber hinaus wird eine „Wunschliste für die Zukunft“ erstellt, um durch die Würdigung weiterer historischer Frauen den Weg in einen geschlechterdemokratischen städtischen Erinnerungsraum zu ebnen. Aus welcher emanzipatorischen Geschichte lässt sich für die gegenwärtige Gesellschaft schöpfen?

Schreiben Sie uns! Benennen Sie Nürnberger Frauen, die Sie für nennenswert halten! Wir freuen uns über eine kurze Mail mit dem Frauennamen, biografischen Stichpunkten und einer knappen Begründung für den Vorschlag.

Nadja Bennewitz ist Historikerin und wissenschaftliche Angestellte am Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen die Erforschung der Frauen- und Geschlechtergeschichte (insbesondere die Lokal- und Regionalgeschichte) sowie die Arbeit mit ZeitzeugInnen aus Deutschland und Italien über die Zeit des Nationalsozialismus, des Faschismus und die Nachkriegszeit.

Technische Voraussetzungen: Ein Rechner / Tablett / Notebook (notfalls Smartphone) mit Kamera, Mikrophon und Internetzugang. E-Mail-Adresse.

Nach der Anmeldung bekommen Sie ausführliche Informationen, wie Sie den „virtuellen Raum“ betreten können.

Treffpunkt Livestream
Weitere Hinweise Die Veranstaltung findet online im Livestream statt. Sie erhalten im Vorfeld per E-Mail ausführliche Informationen, wie Sie von Ihrem Gerät aus live am Kurs teilnehmen können.

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