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Die erste weibliche Geschichtsschreiberin Anna Komnene

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Wer war Sie, die Tochter des nicht unbedeutenden Kaisers Alexios Komnenos im 11. Jahrhundert des byzantinischen Reiches? Dieser geistreichen, ambitionierten und hochgebildeten Persönlichkeit kommen wir durch ihr historisches Werk ‚Alexias‘ auf die Spur.

Im Jahr 1083 als byzantinische Prinzessin, älteste Tochter von insgesamt neun Kindern des Kaisers Alexios Komnenos und Irene Dukaina, gilt sie als erste weibliche Geschichtsschreiberin. Mit ihrer Großmutter Anna Dalassena (1025-1108), Mutter ihres Vaters Alexias, der starken, frömmigen und fähigen Regentin, teilte sie nicht nur die hohe Intelligenz und Bildung, sondern auch deren Ehrgeiz. Zwar als Regentin geboren, kam sie durch die Geburt ihres jüngeren Bruders Johnannes II. Komnenos, nicht zum Zuge, den byzantinischen Thron zu besteigen. Ihr Versuch ihren zweiten Ehemann Nikephorus Byrennius nach dem Tod ihres Vaters 1118 auf den Thron zu bringen, scheiterte und endete in ihrer Verbannung in ein Kloster zusammen mit ihrer Mutter Irene. In diesem entstand ihr großes historisches Werk „Alexias“, welches sie zur ersten weiblichen Geschichtsschreiberin machte. In diesen 15 Bänden beschreibt sie die Ereignisse der Jahre 1069 bis 1118 und beleuchtet eines der wichtigsten Kapitel unseres historischen Erbes, nämlich die Kreuzzüge, aus östlicher Perspektive. Und nicht nur das: Anna „Alexias“ ist der erste überlieferte Text einer weiblichen Chronistin aus der Hand einer Frau. Gekonnt bedient sie sich antiken Vorbildern, zeigt Einflüsse spätantiker Geschichtsschreiber und Stilblüten der byzantinischen Geschichtsschreibung und zeigt dadurch eindrücklich ihren hohen Bildungsgrad ebenso wie ihren persönlichen Ehrgeiz selbst in die Geschichte einzugehen – auch wenn sie dies in der Vorrede ihres Werkes bescheiden von sich weist. Um Anna selbst zu Wort kommen zu lassen und ihrer Stimme durch die vergangenen Jahrhunderte zu lauschen, greifen wir uns einige interessante, aber auch umstrittene Textpassagen aus der Alexias heraus. Wir ordnen das Gelesene mit Hilfe archäologischer Quellen in seinen historischen Kontext ein und erarbeiten uns eine Einschätzung darüber, inwiefern wir Annas Aussagen und Schilderungen trauen können. Wie realistisch ist das Bild, welches sie über Ereignisse und über ihren Vater Alexias zeichnet?

Eines dürfte jedoch schnell klar werden: Anna Komnene stellt eine überaus packende Persönlichkeit der byzantinischen Geschichte und darüber hinaus eine der bedeutendsten Frauenfiguren des Mittelalters dar.

Seminarraum

Seminarraum 3.12, Bildungszentrum Seminargebäude, Gewerbemuseumsplatz 2

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Datum Uhrzeit Raum Kursleitung
20240313 Mittwoch,
13.03.2024
von 18:00 Uhr
bis 19:30 Uhr
Seminarraum 3.12 (Bildungszentrum) Jasmin Peschke

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  • Plätze frei
  • Anzahl 1 Termin (2 Einheiten)
  • Termin Mittwoch, 13.03.2024
  • Uhrzeit 18:00 Uhr - 19:30 Uhr
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© Jasmin Peschke